Rückenleiden

Risiko Rücken

Die Techniker Krankenkasse hat diese Woche mal wieder einen Gesundheitsreport vorgelegt, dass fast jede zehnte Krankschreibung auf Rückenleiden zurückgeht. So sind im Jahr 2013 insgesamt ca. 40 Milionen Fehltage angefallen.
Dabei war bei jeder 12. Person Rückenleiden die Ursache für die Fehltage.

Die klassischen Muskelverspannungen, Bandscheibenvorfälle und andere Rückenprobleme machen einen großen Teil aller Krankheitsfälle aus.
Dazu kommt auch noch, dass es sehr lange dauert solche Erkrankungen auszukurieren. Im Mittel dauert es 17,5 Tage sich von einer Rückenerkrankung zu erholen, das ist ca. 5 Tage länger als eine durchschnittliche Erkrankung.
Die hohe Zahl der Fehltage erstaunt auf den ersten Blick, da die Zahl der Beschäftigten in körperlich anstrengenden Berufen rückläufig ist. Die traditionellen „Knochenjobs“ machen weiterhin am ehesten rückenkrank. Aber auch Arbeitslose klagen häufig über Rückenschmerzen. Was zeigt das eben nicht nur die körperliche Last zu Rückenbeschwerden führt, sondern auch psychische Probleme, Stress, zu wenig Bewegung, einseitige Belastungen.
Auch der stupide Schreibtischjob macht rückenkrank, wenn der körperliche Ausgleich fehlt.
Dabei würden sich die meisten Berufstätigen gerne mehr bewegen, sie haben auch konkrete Vorstellungen davon, wie ihr idealer Arbeitsplatz aussehen müsste. Auf der Wunschliste steht der ergonomische Arbeitsplatz ganz oben. Viele wünschen sich auch in ihrem Büro ein Stehpult um einfach mal im stehen arbeiten zu können, gute Fahrrad-Abstellmöglichkeiten, Duschen und Betriebssportangebote, einem spezielles Konzept für Bewegungspausen und organisierte, bewegte Arbeitspausen. Besonders weit auseinander klaffen Wunsch und Wirklichkeit. Dabei sind sich alle Experten einig, dass ein nachhaltiges Konzept von ergonomischen Arbeitsplätzen der Problematik Abhilfe schaffen kann. Rund ein Drittel der Unternehmen in Deutschland stellen ihren Beschäftigten bereits höhenverstellbare Tische bei der Arbeit zur Verfügung. Weil nicht nur Ihr Drehstuhl und Ihr Tisch, sondern vor allem Sie selbst die richtige Einstellung brauchen. Denn wer an Ergonomie spart, spart am falschen Ende.

Der Gesundheitsreport 2014 der TK belegt ein deutliches regionales Gefälle. Rückengesund sind vor allem die Bayern, Baden-Württemberger und Sachsen, am häufigsten krank die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Berlin liegt leicht über dem Bundesschnitt. Insbesondere unter den Frauen in Brandenburg sind viele rückenkrank. „Sie belegen bundesweit den Negativrekord“, sagt Heike Weinert von der TK-Niederlassung Berlin. Wie die regionalen Unterschiede zustande kommen, geht aus der Studie nicht hervor. Eine mögliche Rolle könnte spielen, dass im Süden der Republik die Menschen seltener in körperlich belastenden Berufen arbeiten als anderswo.
Auch die ärztliche Diagnose und Therapie von Rückenpatienten steht in der Kritik, vor allem bei Bandscheibenpatienten.
Meist werden viel zu Früh aufwendige Verfahren wie Röntgen, Computer- und Kernspintomographie eingesetzt. Dabei leiden die meisten nur unter muskulären Verspannungen, die Schmerzen verursachen. Solche Verspannungen gehen aber aus den Röntgen- oder CT-Bild nicht hervor. Die wirkliche Zahl der Bandscheibenvorfälle ist vermutlich deutlich geringer. Was schon seit langem kontrovers diskutiert wird ist die schnelle Überweisung an den Chirurgen und die Abhilfe im Operationssaal. Dabei kann gezieltes Training und Krankengymnastik zu einer deutlichen Verbesserung führen.

Mehr Informationen zu dem TK Gesundheitsreport
http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/644772/Datei/121848/Gesundheitsreport-2014.pdf